Fassadenschäden an Geschäftsfassaden vermeiden
Dämmung und Fassadenschäden treten an Geschäftsfassaden oft gemeinsam auf. Nicht, weil Dämmung grundsätzlich problematisch wäre, sondern weil bei großen Gebäudehüllen die entscheidenden Punkte häufig unterschätzt werden: Anschlussdetails, Luftdichtheit, Wärmebrücken, Bewegungen und Feuchteeintrag. Genau dort entstehen Feuchtprobleme, die später als Risse, Verfärbungen, Korrosion, Hohllagen oder Undichtigkeiten sichtbar werden.
Bei Van Heemskerk sehen wir in der Praxis immer wieder: Wer die Ursache sauber findet und Details korrekt instand setzt, kann Folgeschäden und unnötige Sanierungskosten deutlich reduzieren. Deshalb betrachten wir Fassaden nicht als „Oberfläche“, sondern als System aus Schichten, Anschlüssen und Nutzungsbedingungen.
Begriffslexikon
BBSR
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung.
GEG
Gebäudeenergiegesetz (rechtlicher Rahmen für energetische Anforderungen, abhängig von Maßnahme und Umfang).
U-Wert
Wärmedurchgangskoeffizient eines Bauteils (W/m²K).
DIN
Deutsches Institut für Normung.
DIN 4108
Normenreihe rund um Wärmeschutz und Feuchteschutz.
WDVS
Wärmedämm-Verbundsystem.
VHF
Vorgehängte hinterlüftete Fassade.
RLT
Raumlufttechnik (Lüftungs-/Klimaanlagen; beeinflussen Feuchte und Druckverhältnisse).
Blower-Door-Test
Luftdichtheitsmessung zur Leckageortung.
Warum Schäden fast immer an Details beginnen
Bei Gewerbeimmobilien sind große, homogene Fassadenflächen selten das Hauptproblem. Kritisch sind Übergänge wie Sockel, Attika, Fensterbänder, Tore, Durchdringungen, Befestigungspunkte und Anschlüsse ans Dach. Dort treffen unterschiedliche Materialien aufeinander, Bauteile arbeiten, und Schlagregen wirkt unter Winddruck besonders stark. Für die Planung des klimabedingten Feuchtschutzes ist DIN4108-3 eine wichtige Orientierung, weil sie beschreibt, wie Feuchtbeanspruchung und Regenschutz bauphysikalisch zu bewerten sind.
Warum entstehen Schäden so oft an Fenstern, Türen und Toren?
Weil dort viele Schnittstellen zusammenkommen und Bauteile stärker beansprucht werden. Bei Wind und Starkregen reicht eine kleine Schwachstelle, damit Wasser in Fugen oder hinter Bekleidungen gelangt. Entscheidend ist eine klar definierte, dauerhaft funktionierende Wasserführung.
Die 6 häufigsten Fehler an Geschäftsfassaden und was dahintersteckt
1) Anschlussdetails falsch geplant oder ausgeführt
Fehlende Tropfkanten, unklare Entwässerungswege oder eine Fuge ohne dauerhaft tragfähige Dichtstrategie führen dazu, dass Feuchte hinter Bekleidungen, in Fugenbereiche oder in Dämmebenen gelangt. Das senkt die Dämmwirkung und kann Korrosion sowie Materialabbau beschleunigen. In der Praxis ist nicht der „große Flächenaufbau“ der Hauptverursacher, sondern der kleine, wiederkehrende Detailfehler an vielen Stellen.
2) Wärmebrücken werden unterschätzt
Wärmebrücken entstehen häufig an Attiken, Stützen, Konsolen, Befestigern, Laibungen und Anschlusszonen. Dort sinken Oberflächentemperaturen lokal ab. In Kombination mit hoher Innenluftfeuchte können Kondensat und Feuchtespuren auftreten, besonders in Randbereichen oder an konstruktiven Durchdringungen. Entscheidend ist, Wärmebrücken konstruktiv zu minimieren und Details so zu planen, dass Temperatur- und Feuchterisiken beherrschbar bleiben.
Wie erkennt man Wärmebrücken zuverlässig?
Thermografie ist ein gutes Indiz, ersetzt aber keine Ursachenanalyse. Erst die Kombination aus Messung, Detailprüfung und Blick auf Nutzung sowie Innenklima macht die Ergebnisse belastbar. Gerade in Gewerbebauten ist die Nutzung oft der „unsichtbare Verstärker“, weil Prozesse, Lagerung oder Kühlung die Feuchte- und Temperaturverhältnisse stark beeinflussen können.
3) Luftundichtheit: Feuchte durch Leckagen statt durch Diffusion
Warme, feuchte Innenluft kann über Leckagen in den Bauteilaufbau eindringen, abkühlen und dort kondensieren. Besonders kritisch sind Durchdringungen, Übergänge zwischen Bauteilen und Bereiche mit Druckunterschieden durch RLT oder Torbetrieb. Wer Luftdichtheit als Teil der Qualitätssicherung versteht, sollte den Fokus auf die luftdichte Ebene und ihre Anschlüsse legen; ein guter Einstieg dazu ist Luftdichtheit.
Reicht eine Luftdichtheitsmessung allein?
Nein. Eine Messung zeigt Leckagen, aber nicht automatisch die dauerhaft robuste Lösung. Entscheidend sind ein klares Luftdichtheitskonzept und saubere Details, insbesondere dort, wo die meisten Fehler passieren: Anschlüsse, Übergänge und Durchdringungen.
4) Falsches Feuchtekonzept: Schichtenkombination ohne Austrocknungsreserve
Wenn Schichten so kombiniert werden, dass Feuchte schlechter abtrocknen kann, steigt das Risiko verdeckter Schäden. Das ist besonders relevant, wenn Feuchte regelmäßig eingetragen wird, etwa durch Nutzungsprozesse oder wiederkehrende Undichtigkeiten an Details. Eine VHF kann bauphysikalisch Vorteile bringen, wenn Hinterlüftung, Befestigungen und Anschlüsse konsequent richtig geplant sind, aber auch hier entscheidet am Ende die Detailqualität.
Ist eine VHF grundsätzlich besser als ein WDVS?
Nicht pauschal. Beide Systeme können dauerhaft funktionieren. Entscheidend sind Beanspruchung, Detailqualität, Wartbarkeit und eine systemgerechte Ausführung. Das „falsche System“ ist seltener das Problem als das falsche Detail.
5) WDVS-Fehler: Risse, Hohllagen, Feuchtflecken und Bewuchs
WDVS ist technisch leistungsfähig, aber stark ausführungsabhängig. Fehler an Kanten, Anschlüssen oder in der Armierung können Feuchteeintrag begünstigen und zu Rissen, lokalen Ablösungen oder Verfärbungen führen. Wer systembezogene Grundlagen und typische Fehlerquellen verstehen will, findet beim WDVS Branchenwissen und Systemhinweise.
Sind Algen automatisch ein Dämmproblem?
Meist nicht. Algen hängen vor allem mit Feuchteverfügbarkeit und Trocknungsbedingungen zusammen. Die Ursache liegt häufig in Wasserführung, Geometrie und Anschlussdetails, also in Punkten, die sich konstruktiv verbessern lassen.
6) Energieanforderungen werden ohne Feuchteschutz mitgedacht
Energetische Verbesserungen müssen mit Feuchteschutz, Luftdichtheit und Detailplanung zusammen gedacht werden. Anforderungen aus dem GEG können bei bestimmten Maßnahmen relevant werden, welche Pflichten greifen, hängt jedoch vom konkreten Vorhaben ab. In der Praxis ist der häufigste Fehler, nur auf den rechnerischen Nachweis zu schauen, während Anschlüsse, Wärmebrücken und Luftdichtheit nicht gleichrangig geplant werden.
Muss ich bei einer Fassadensanierung immer Anforderungen aus dem GEG berücksichtigen?
Häufig ja, aber nicht pauschal. Das hängt von Art und Umfang der Maßnahme ab. Wichtig ist, energetische Ziele nicht losgelöst von Dauerhaftigkeit und Feuchtsicherheit zu planen.
Was Van Heemskerk für Sie tun kann
Van Heemskerk unterstützt Sie dabei, Fassadenschäden an Gewerbeimmobilien fachlich sauber zu bewerten und dauerhaft zu beheben. Wir konzentrieren uns auf die Ursache, nicht nur auf das sichtbare Symptom, und setzen Maßnahmen so um, dass die Gebäudehülle wieder zuverlässig dicht, geschützt und langfristig instand bleibt.